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Fangliste

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Bitte beachten Sie, dass die Fangliste bis spätestens 31. Dezember bei Volker Beckbissinger abgegeben werden muss!

Durchgängigkeit am Kocher...

…heißt das Zauberwort, welches seit Jahren in aller Munde ist, das von den Medien unermüdlich immer wieder aufgegriffen wird und von Naturschutzbehörden und -verbänden gebetsmühlenartig eingefordert wird. Man darf natürlich nicht übersehen, dass sich in den vergangenen Jahren schon sehr viel Positives getan hat. Aber unserer Ansicht nach stimmt die Reihenfolge nicht ganz. In Bad Friedrichshall, wo der Kocher in den Neckar mündet, wird die beginnende Wanderung der laichreifen Fische gleich durch zwei Wehre komplett abgebrochen.

Wie in jedem Frühjahr färbt sich das Wasser im unteren Mühlgraben tiefschwarz – ein Zeichen dafür, dass die Fische zum Ablaichen bereit sind und aufsteigen wollen. Sie warten aber vergebens darauf in das Oberwasser des Staubereichs zu gelangen. Denn wie in jedem Frühjahr werden sie gleich an diesen zwei völlig unpassierbaren Wehren im Kocher abrupt ausgebremst. Die nächsten Wehre in Hagenbach, Oedheim und viele weitere bis in den Hohenlohekreis sind indessen bereits durch Raue Rampen passierbar.

Selbstverständlich kämpfen auch die Fischer des ASV Bad Friedrichshall seit langem für die Durchgängigkeit des Kochers. Für das Projekt Fischaufstieg an den unüberwindbaren Wehren in Bad Friedrichhall-Kochendorf ist trotz mehrfachen Anfragen des ASV bei den zuständigen Behörden und Ämtern, in naher Zukunft keine akzeptable Lösung zu erwarten. Wobei hier in Kochendorf die  Passierbarkeit der Wehre oberste Priorität haben müsste und schnellstens hergestellt werden sollte. 

Aber die Angler vom ASV haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, stattdessen spucken sie kräftig in die Hände und leisten seit Jahren aktive Geburtshilfe an den Kochendorfer Staustufen. So auch am Samstag, dem 15. März diesen Jahres. 30 Mitglieder waren abermals, mit Wathosen, Keschern und Netzen ausgerüstet, am Mühlgraben mit dem Abfischen der laichreifen Fische beschäftigt. Dadurch, dass diese Umsetzaktion schon mehrere Jahre organisiert wird, ist die Vorgehensweise kontinuierlich immer weiter verbessert, und dadurch natürlich auch effizienter geworden. Mit Absperrnetzen wird den Fischen der Rückweg abgeschnitten. Mit weiteren Netzen werden sie langsam mehr und mehr eingekesselt und dann schließlich mit Keschern abgefischt und in geräumige Behältnisse umgesetzt, die auf Pkw-Anhängern bereitstehen. Im FünfMinutenTakt werden die Fische auf kürzestem Weg in den Oberlauf transportiert und können dort die Wanderung zu ihren Laichplätzen fortsetzen.

Die Ausbeute konnte sich wie jedes Jahr wieder sehen lassen. Schätzungsweise 20 Zentner, meist laichreife Fische wurden abgeschöpft. Überwiegend umgesetzt wurden Weißfische, darunter besonders eindrucksvolle Rotaugen und Döbel mit Längen bis zu 50 cm. Aber auch imposante Barsche, die man eigentlich nur von Bildern aus der Fachliteratur kennt. Erfreulich war wieder ein großer Anteil, der im Kocher immer seltener werdenden Nasen, mit ihrem charakteristischen Laichausschlag.

20 bis 25 Zentner dürfte so in etwa der Schnitt sein, der bei einer dreistündigen Aktion jedes Jahr ins Oberwasser umgesetzt wird. Das ist zwar eine gewaltige Menge, aber angesichts der unbefriedigenden Situation in Kochendorf, doch nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.
Nur kurze Zeit später, nachdem die Angler ihre Netze abgebaut hatten, stand im Mühlgraben erneut Fisch neben Fisch. Wenn man sich jetzt vorstellt, dass diese Massen zum Laichen ungehindert aufsteigen könnten - die Welt wäre fast in Ordnung.
Möglich wird die Aktion jedes Jahr nur, weil uns der Mühlenbesitzer unterstützt und während der Dauer des Abfischens seine Turbine ausschaltet. 

Gerhard Haberl
1. Vorsitzender
ASV Bad Friedrichshall-Kochendorf

 

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